Optoma ML750e-2019

Wer sich nach einem neuen Beamer umschaut, orientiert sich oftmals an neueren Modellen, die ganz aktuell oder erst vor einigen Monaten in den Handel gekommen sind. Dabei gibt es durchaus Projektoren, die schon vor einigen Jahren veröffentlicht wurden, hinsichtlich ihrer technischen Ausstattung jedoch immer noch problemlos mit den aktuellen Modellen mithalten können. Ob dies auch auf den 2014 erschienenen Optoma ML750e LED Kurzdistanz Projektor zutrifft, verrät Ihnen unser folgender Testbericht.

Ein erster Blick auf den Optoma ML750e LED Kurzdistanz Projektor

Der Optoma ML750e gehört genau so wie das aktuelle ML1050ST Modell zur Gruppierung der Mini-Beamer – einer immer beliebter werdenden Art von Projektoren, die sich dank ihrer kompakten Maße problemlos von A nach B transportieren lassen. Bereits bei der Entnahme aus der Umverpackung wird klar: Die Bezeichnung „Mini-Beamer“ hat sich dieses Modell redlich verdient. Mit einer beeindruckenden Breite von gerade einmal 10 cm bringt er in etwa auf dieselben Maße wie eine handelsübliche Packung Papiertaschentücher – in der Höhe sind es sogar nur 4 cm. Auch das überschaubare Gewicht von 377 g macht schnell klar, dass dieser Beamer vor allem für einen mobilen Einsatz konzipiert wurde – etwa, um bei einem Freund oder einer Freundin schnell und unkompliziert einen Spielfilm auf die Zimmerwand zu projizieren.

Optoma ML750e-focus-2019

Auch die Verarbeitungsqualität weiß zu überzeugen: Wenngleich sowohl das Gehäuse, als auch sämtliche Bedienelemente aus Kunststoff bestehen, macht der Beamer einen sehr wertigen und robusten Eindruck. Nicht ganz so gelungen sind hingegen die insgesamt acht Steuerungstasten des Optoma ML750e, die in Glanzoptik daherkommen und so geradezu nach Fingerabdrücken schreien.

Angebot
Optoma ML750e LED Kurzdistanz Projektor (WXGA, 700 LED Lumen, 15.000:1 Kontrast, 3D)
  • LED DLP Beamer; WXGA, Anwendungsbereich: Geschäftlich, Unterwegs, Heimkino
  • Auflösung: 1280 x 800 Pixel (WXGA). Betriebsbedingungen: 5 ˚C - 35˚C, 85% Luftfeuchtigkeit (Max), 2500m Höhe (Max)
  • Lumen/Kontrast: 700 LED Lumen, 15.000: 1 Kontrast
  • Brandspecific Features: 3D Ready, Integrierter Media Player und optionale Wireless Funktion, 0,4kg
  • Anschlüsse: HDMI + MHL v1,0, Universal I/O - VGA / Audio Out 3,5mm, MicroSD-Slot, USB-A Reader/Wireless

Zwecks einer optimalen Positionierung ist der Optoma ML750e LED Kurzdistanz Projektor mit einem kleinen Standfuß auf der Unterseite ausgestattet, der es dem Verwender ermöglichen soll, den Projektionswinkel ein wenig anzuheben – viel Spielraum gibt es hier jedoch nicht. Dank einer ebenfalls vorhandenen Vorrichtung für ein Schraubgewinde lässt sich der Beamer jedoch alternativ mit einem Mini-Stativ verwenden, welches im Lieferumfang aber leider nicht enthalten ist. Hier lassen sich stattdessen eine kleine Fernbedienung inklusive der benötigten Batterien, ein Netzkabel und eine Transporttasche für unterwegs finden – letztere bietet idealerweise ausreichend Platz, um auch noch das besagte Mini-Stativ unterzubringen.

Die Anschlussmöglichkeiten des Optoma ML750e LED Beamers

Werfen wir nun einen Blick auf die Anschlussmöglichkeiten des Optoma ML750e Beamers: Auf dessen Rückseite lassen sich ein HDMI-Anschluss, ein USB-Anschluss, VGA, ein 3,5 mm Klinken-Anschluss und ein microSD-Steckplatz entdecken. Letzterer bringt allerdings sowohl Vorteile, als auch Nachteile mit sich: So ist es zwar möglich, seine Fotos und Videos direkt auf einer microSD-Speicherkarte zum Beamer zu leiten, da dieser über einen integrierten Media-Player verfügt.

Optoma ML750e-seitlich-2019

Allerdings stellt sich uns die Frage, warum sich Optoma statt für einen microSD-Steckplatz nicht für einen klassischen SD-Steckplatz entschieden hat – der sich ja mithilfe eines bei jeder microSD-Karte mitgelieferten Steckadapters auch für microSD-Karten eignen würde. Da nahezu jede Digitalkamera mit den größeren SD-Karten arbeitet, ist diese Entscheidung leider nur schwer nachvollziehbar.

Schön gewesen wäre auch ein integrierter Wireless-Adapter, der es dem Verwender möglich machen würde, seine Dateien direkt von einem kompatiblen Endgerät (etwa einem Smartphone oder einem Tablet-PC) an den Beamer zu übertragen. Ein solcher ist allerdings nicht verbaut und muss auf Wunsch separat erworben werden – angesichts des doch recht hohen Anschaffungspreises ebenfalls nicht verständlich. Zum Vergleich: Der ebenfalls von uns getestete Acer C2021i Mini-Beamer kostet über 200 Euro weniger und hat ein solches WLAN-Modul mit an Bord.

Gute Bildqualität – wenn auch leider nicht in Full-HD-Auflösung

Der Optoma ML750e kommt mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten (WXGA) daher und deckt somit die kleinere HD-Auflösung mit 720p ab. Zwar ist demnach nicht der verlustfreie Genuss von Full-HD-Filmen möglich, die ja bekanntermaßen mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten auflösen, dennoch kann sich das projizierte Bild des Beamers definitiv sehen lassen. Sowohl aus einer relativ kurzen Entfernung von ungefähr einem Meter, als auch aus einer weiteren Entfernung von 2,5 m kann sein Bild absolut überzeugen – auch wenn man hier natürlich keine bahnbrechenden Ergebnisse erwarten sollte. Und dennoch: Sowohl die Schärfe des Bildes, als auch dessen Farben und das Kontrastverhältnis sind völlig in Ordnung. Darüber hinaus ist eine Projektion dank 700 LED Lumen auch in helleren Räumen problemlos möglich, sodass man sein Zimmer nicht zwangsläufig komplett abdunkeln muss – hier stößt der bereits weiter oben angesprochene Acer C2021i Mini-Beamer mit nur 300 ANSI-Lumen beispielsweise an seine Grenzen.

Und sonst so?

Die Verwendung des Optoma ML750e LED ist denkbar einfach und benötigt keinen ausgiebigen Blick in die beiliegende Bedienungsanleitung. Auffällig ist allerdings, dass der eingebaute Lüfter während der Nutzung nicht unbedingt leise arbeitet und sich stattdessen vor allem bei der Betrachtung von Fotos ohne Musikuntermalung oder bei leiseren Momenten innerhalb eines Films bemerkbar macht. Apropos Musikuntermalung: Zur Wiedergabe des Sounds verfügt der Mini-Beamer über einen integrierten Lautsprecher, der seine Bezeichnung jedoch nicht wirklich verdient: Sein Klang ist nicht nur viel zu leise, sondern hört sich darüber hinaus auch nicht sonderlich überzeugend an – weshalb man im Idealfall lieber eine separate Soundbox oder ein Lautsprechersystem über die 3,5 mm Klinkenbuchse anschließen sollte.

Wirklich ärgerlich ist allerdings, dass der Optoma ML750e Beamer weder über einen integrierten Akku zwecks zusätzlicher Flexibilität, noch über einen optischen Zoom verfügt. Zwar ist eine digitale Zoomvorrichtung mit an Bord, diese trägt jedoch zu einem mehr als nur deutlich sichtlichen Qualitätsverlust bei und sollte daher erst gar nicht verwendet werden.

Fazit:

Auch wenn der Optoma ML750e LED Kurzdistanz Projektor bereits einige Jahre auf dem Buckel hat, kann er durchaus mit ähnlichen Mini-Beamern mithalten, die erst unlängst ihren Weg in die Verkaufsregale gefunden haben: Die Bildqualität kann sich sowohl bei kurzen, als auch bei weiteren Entfernungen zur Wand sehen lassen, in puncto Mobilität macht dem 10 x 10 x 4 cm großen Modell zudem kaum jemand etwas vor. Allerdings sollte der Käufer vorab wissen, ob der Beamer überwiegend in helleren Räumen verwendet werden soll – denn nur dann erweisen sich seine 700 Lumen auch als nützlich. Wer hingegen lieber in dunkleren Räumen Filme und Fotos genießen möchte, ist mit Modellen wie dem leuchtschwächeren (dafür aber auch deutlich preiswerteren) Acer C2021i Mini-Beamer hingegen besser beraten.

Stärken
  • gute Bildqualität aus kurzen und weiten Entfernungen zur Leinwand
  • lässt sich auch in helleren Räumen verwenden
  • extrem kompakt und leicht zu transportieren
  • hochwertige Verarbeitungsqualität
Schwächen
  • kein integriertes Wireless-Modul (muss separat erworben werden)
  • kein optischer Zoom
  • schwacher Lautsprecher
  • lauter Lüfter
  • kein Akku
  • vergleichsweise hoher Anschaffungspreis
  • keine Verwendung von SD-Speicherkarten möglich (nur microSD)

Über den Autor
ist Autor auf Beamertest.co und kann als echter Technikliebhaber keine Fehlkäufe leiden. Als Testredakteur für Beamer und Projektionstechnik möchte er mit seinen Testberichten seinen Teil dazu beitragen, Sie vor Fehlkäufen zu bewahren. Aktuell ist Andreas auch der Inhaber von BeamerTest.co